DIE HASLACHSCHULE

Grundschule in Villingen-Schwenningen

Schule mit Umweltmanagementsystem EMAS

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Im Jahr 2001 wurde die HASLACHSCHULE zertifiziert und validiert nach dem von der EU erstellten Umweltmanagementsystem nach EMAS (Öko-Audit). Dieses vorwiegend in der Wirtschaft angesiedelte Verfahren gehört zu den anspruchsvollsten Audits und übertrifft die Anforderungen nach ISO14.001 (Umweltmanagement).

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Das Zertifikat sollte in Abständen auf seine Gültigkeit überprüft werden (Revalidierung), was wir uns als Schule leider finanziell nicht mehr leisten können.  Wir erhalten aber auch weiterhin durch laufende Projekte und Evaluation unseren hohen Umweltqualitätsanspruch.

Mehr über: “Unser Öko-Audit” und “Unsere Umweltleitlinien” im ganzen Beitrag:

Unser Öko-Audit: Was musste getan werden?
Seit 1995 gilt eine EG-Verordnung über die freiwillige Beteiligung gewerblicher Unternehmen an einem Gemeinschaftssystem für das Umweltmanagement und die Umweltbetriebsprüfung. Diese Öko-Audit-Verordnung soll das freiwillige Engagement beim Umweltschutz fördern. Das Öko-Audit-System arbeitet nur mit einigen Vorgaben. Vorgeschrieben ist lediglich, dass die gesetzlichen Bestimmungen eingehalten werden und dass der Umweltschutz kontinuierlich verbessert wird. Seit 2001 gilt eine erweiterte und überarbeitete Fassung (EMAS II) an der sich auch Behörden und Schulen beteiligen können.

Was ist die „Agenda 21″ und was hat das mit der Stadt Villingen – Schwenningen zu tun?

Im Jahr 1992 wurde auf der UN-Konferenz in Rio de Janeiro von 170 Staaten der Welt erstmalig ein Vertrag, genannt „Agenda 21″, unterzeichnet, ein Aktionsprogramm, mit dem man sich auf Zielsetzungen und Maßnahmen zur Sicherung der natürlichen Lebensgrundlagen gerade auch für die Zukunft verständigt hat.

Sustainable development (Nachhaltige Entwicklung) kennzeichnet dabei die Bereitschaft, Verantwortung auch für künftige Generationen sowie für die Verbesserung der Lebensgrundlagen aller heute lebender Menschen mit zu übernehmen. Soziale Gerechtigkeit, umweltverträgliches Wirtschaften, demokratische Mitsprache der Menschen sowie internationale Zusammenarbeit sind Teile der in der Agenda 21 formulierten Zukunftsvision, die zugleich Programm ist.

Die Stadt Villingen-Schwenningen hat dem Vertrag von Rio Taten folgen lassen und im November 1998 eine Geschäftsstelle der „Lokalen Agenda 21″ eingerichtet. Bei den 2-3-mal jährlich stattfindenden Agenda-Foren sind alle Bürger/-innen eingeladen, an zukunftsfähigen Konzepten der Stadt aktiv mitzuarbeiten. In Arbeitsgruppen, den sog. Agenda-Tischen, wird an verschiedenen Projekten gearbeitet (Agenda-Tische: Mobilität, Ökologie in der Stadt, Politik und Verwaltung, Energie und Klima, Struktur, Soziales, Wirtschaft und Arbeit). Die HASLACHSCHULE hat sich intensiv daran beteiligt und zusammen mit der Agenda 21 das Öko-Audit-Projekt begonnen.

Welchen Sinn für die Schule haben Öko-Audit und Agenda 21 – Mitwirkung ?

Die Schule, beginnend bei der Grundschule, hat schon immer und heutzutage ganz besonders die grundlegende Aufgabe, einen Beitrag für den Erhalt der Lebensgrundlagen für Mensch, Tier und Pflanze zu leisten. Umweltbewusstes, nachhaltiges, ökologisches Denken und Handeln kann sich nur über ökologisches Lernen in einer ökologisch gestalteten und lebenden Schule entwickeln.

Viele gutgemeinte ökologische Projekte verpuffen als „Eintagsfliegen” und werden in der Schule nicht angemessen wahrgenommen. Es fehlt oft die Ernsthaftigkeit aller Beteiligten oder die Energie des alleingelassenen Initiators, das jeweilige Projekt nachhaltig fortzuführen. Manchmal fehlt auch die laufende Evaluation, der Blick und die Ideen von außen, kurz: Es fehlt meist das Gesamtkonzept, an dem die in der Schule tätigen Menschen sowie die Nutzer der „Dienstleistung Schule” arbeiten können, der rote Faden, die angestrebten langfristigen Gesamtziele und aktuellen Handlungsgrundsätze.

Im Öko-Audit-Prozess werden dagegen ökologische Leitbilder erarbeitet, die Faktoren wie Nachhaltigkeit und Umweltschutz fest ins Aufgabenspektrum der Schule übernehmen. Es wird systematisch an einer Weiterentwicklung gearbeitet, in die alle Beteiligten eingebunden sind. Die Ziele sind klar und laufend überprüfbar, weshalb sich jeder einfacher mit dem Konzept identifizieren kann. Auch und besonders die Eltern und der Schulträger werden verantwortlich eingebunden. Das Öko-Audit wird damit gezielt an den Prozess der Schulprogrammentwicklung angekoppelt.

Wie läuft ein Öko-Audit-Prozess ab ?

  • Zunächst werden Grundsätze zur Umweltpolitik an der Haslachschule formuliert und in den schulischen Gremien vorgestellt und abgestimmt.
  • In einer ersten Umweltprüfung werden die Auswirkungen der Haslachschule auf die Umwelt untersucht und bewertet.
  • Die Konsequenz aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen ist ein Umweltprogramm, das auflistet, welche ökologischen Verbesserungen an der Haslachschule in den nächsten drei Jahren erreicht werden sollen.
  • Ein sog. Umweltmanagementsystem legt die Strukturen und Abläufe so fest, dass die Ziele möglichst gut erreicht werden können.
  • Mit einer Umwelterklärung werden die Bemühungen der Haslachschule nach außen dokumentiert.
  • Ein zugelassener Umweltgutachter prüft alle Bestandteile des Öko-Audits. Wenn alles in Ordnung ist, wird der Öko-Audit-Prozess mit der Umwelterklärung für gültig erklärt (Validierung).
  • Die Haslachschule darf danach offiziell mit dem EMAS-Zeichen für eine umweltbewusste Schule nach außen treten.
  • In jährlichen Abständen erfolgt eine Nachfolgeprüfung.

Welche Vorbereitungen waren erforderlich für das Öko-Audit ?

  • Langjährige Bemühungen um ökologisches Verhalten in der Schule (Mülltrennung, Energiesparen, Werteerziehung u.a.).
  • Erarbeitung der Grundlagen des Öko-Audits durch die Schulleitung.
  • Vorstellung des Projektes in der Gesamtlehrerkonferenz Anfang 2000.
  • Suche nach Unterstützungspartnern (Lokale Agenda 21, Fachhochschule Furtwangen, Umweltministerium).
  • Information des Lehrerkollegiums und des Personals durch den Projektleiter. Diskussion über Vor- und Nachteile sowie Belastungen im März 2000.
  • Beschluss zur Durchführung des Öko-Audits im April 2000.
  • Information des Elternbeirates.
  • Start der ersten Umweltprüfung (Datensammlung) im September 2000.
  • Einbeziehen des pädagogischen Bereiches und der Schüler/-innen in die Ist-Analyse.
  • Laufende Treffen zur Abklärung und Bewertung der gesammelten Daten von September 2000 bis März 2001.
  • Laufende Sammlung der Daten für einen ersten Zwischenbericht im April 2001.
  • Entwicklung erster Maßnahmen in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess.
  • Ausgabe eines Motivationsfragebogens an die Eltern.
  • Aufstellung eines Umweltmanagementsystems zur Umsetzung der vereinbarten Maßnahmen.
  • Dokumentation der Arbeit in einer Umwelterklärung.
  • Validierung des Öko-Audit-Prozesses durch einen zugelassenen Umweltgutachter.

Unsere Umweltleitlinien

Damit sich unsere Schule nach EMAS-II validieren lassen konnte, musste zunächst eine Umweltpolitik ausgearbeitet werden. Festzulegen waren sogenannte Umweltleitlinien, in denen sich die Schule u.a. verpflichtete, die vorhandenen Gesetze, Verordnungen und Vorschriften zum Umweltschutz einzuhalten, Ressourcen einzusparen, die Lehrerinnen und Lehrer, Schülerinnen und Schüler, Mitarbeiter, Eltern und externen Nutzer der Schule in ihrer Verantwortung für den schulischen Umweltschutz zu fördern und die Öffentlichkeit über alle Umweltauswirkungen am Standort zu informieren.

Beschluss der Gesamtlehrerkonferenz vom 16.05.2000:

Die Haslachschule beschließt, sich einem Öko-Audit zu unterziehen und sich dazu am Förderprogramm „Schule auf Umweltkurs” des Ministeriums für Umwelt und Verkehr Baden-Württemberg zu beteiligen.

Es ist eines unserer Ziele unseres Schulprogramms, in einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess den Umweltschutz an unserer Schule zu fördern.

Wir wollen damit dazu beitragen, dass unsere Schülerinnen und Schüler in den entscheidenden ersten Jahren ihrer schulischen Entwicklung nachhaltige Impulse für ein ökologisches Denken und ein verantwortungsbewusstes Umgehen mit der Natur erhalten.

Umweltleitlinien der Haslachschule vom 16.05.2001

1. Wir, die Lehrer/-innen, Schüler/-innen und Angestellten der HASLACHSCHULE wollen mit unserer Arbeit einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Situation unserer Umwelt leisten. Daher wird eine stetige Verbesserung der Umweltsituation und eine regelmäßig Kontrolle der Umwelteinwirkungen, die von unserer Schule ausgehen angestrebt. Außerdem verpflichten wir uns, die Umweltvorschriften einzuhalten.

2. Wir lernen an unserer Schule jetzt und in Zukunft laufend, wie sich unser tägliches Handeln auf die Umwelt auswirkt. Die Schüler/-innen, die Lehrkräfte, Angestellten und Eltern sollen zu einem umweltverantwortlichen Handeln bewegt werden, um so die Auswirkungen des Schulbetriebes auf die Umwelt zu reduzieren.

3. Wir versuchen in allen Bereichen des schulischen Alltags Abfälle zu vermeiden, Ressourcen wie Energie und Wasser einzusparen und im täglichen Schulbetrieb die von uns eingesetzten Lehr- und Lernmaterialien sparsam einzusetzen und – wenn möglich – mehrfach zu nutzen.

4. Wir wollen an der Haslachschule die vorhandenen Biotope pflegen und Bepflanzungen erweitern. Darüber hinaus wollen wir den Anteil der versiegelten Fläche verringern, um so Pflanzen und Tieren mehr Lebensraum zur Verfügung zu stellen. Wir sind der Überzeugung, dass dies auch ein Beitrag zum allgemeinen Wohlbefinden ist.

5. Wir wollen die außerschulischen Benutzer unseres Schulgebäudes, der Außenanlagen und der Sportstätten in unsere Bemühungen zur Umsetzung des Umweltschutzes aktiv einbinden.

6. Wir werden die an unserer Schule tätigen Dienstleistungsunternehmen zu ressourcensparendem und umweltbewusstem Handeln anhalten. Bei den eingesetzten Materialien werden wir auf die Verwendung von ökologisch verträglichen Produkten drängen.

7. Wir bemühen uns auch um einen offenen Dialog mit den Nachbarn. Daneben kommen wir unserer Verantwortung gegenüber der interessierten Öffentlichkeit nach, indem wir unsere neu gewonnenen Erfahrungen und Vorhaben an andere Lehrer, Schulen und die Medien weitergeben.